Stresspunktbehandlung
Die Stresspunktmassage empfinde ich persönlich als eine der effizientesten Behandlungstechniken. Nicht ohne Grund ist deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt. Der Humanphysio- und Sporttherapeut Jack Meagher entwickelte diese Technik, indem er seine Erkenntnisse auf Pferde übertrug. Muskuläre Verspannungen werden gefunden und mittels verschiedener Massagetechniken gelöst.
Es existieren 25 festgelegte Stresspunkte entlang beider Seiten des Pferdekörpers, die während der Behandlung beim Pferd eine Reaktion auslösen, wenn muskuläre Verspannungen vorliegen. Sie sind nicht mit Triggerpunkten zu verwechseln. Stresspunkte sind nämlich im Gegensatz zu Triggerpunkten schmerzhafte, kleinflächige Areale, die häufig im Sehnen-Muskel-Übergang lokalisiert sind. Unter Triggerpunkten versteht man schmerzhafte im Muskelbauch befindliche Myogelosen (Verhärtungen).
Muskuläre Verspannungen können schwere Folgen nach sich ziehen. Ein Muskel besteht aus sehnigem Ursprung, Muskelbauch und sehnigem Ansatz. Kommt es zu muskulären Verspannungen kann sich dies negativ auf die Sehnen auswirken. Sehnenverletzungen sind nicht selten die Folge. Ebenso kann ein unphysiologisch hoher Muskeltonus negative Auswirkungen auf die knöchernen Strukturen haben. Es steht beispielsweise in der Diskussion, ob auch Muskelverspannungen in der Rückenmuskulatur die Entstehung des Kissing Spines Syndrom (Annäherung/Berührung der Dornfortsätze der Brust- und/oder Lendenwirbel) verursachen oder zumindest begünstigen.
Allein diese Beispiele machen deutlich, welchen hohen Stellenwert ein physiologischer Muskeltonus für die Pferdegesundheit hat.
Die Stresspunktbehandlung kann hierbei effizient muskuläre Verspannungen gezielt aufspüren und diese durch speziell angewandte Massagetechniken lösen. Diese Techniken wirken zudem schmerzlindernd, fördern die Durchblutung und regen somit den Muskelstoffwechsel an.
Indikationen
- Muskuläre Verspannungen
- Muskuläre Hypo-/Hypertrophie
- Sehnen-, Bänderverletzungen
- Gelenkbeschwerden (Bewegungseinschränkung, Arthrosen)
- Unspezifische Lahmheiten (Therapie erst nach Freigabe durch den behandelnden Tierarzt)
- Linderung akuter und chronischer Schmerzen
- Prophylaxe
- Verbesserung der Beweglichkeit
- Stimulation des Muskelstoffwechsels
- Verbesserte Regeneration nach Leistungserbringung (Turnier, Deckeinsatz, etc.)
Kontraindikationen
- Frische, offene Wunden
- Frische Frakturen
- Akuter, fieberhafter Infekt
- Tiermedizinisch nicht abgeklärte Lahmheiten